Mein Bad wird zum Health Spa

Vollbäder im Kerzenschein sind speziell in der kalten Jahreszeit eine wunderbare Entspannungsmethode.

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Mein Bad wird zum Health Spa

Im Relax- und Gesundheitsmodus durch den Winter

15. Oktober 2015

Winter-Blues? Mit der Relaxmethode Floating kommt der gar nicht erst auf. Nach einstündiger Schwerelosigkeit im wohlig-warmen Salzwasser fühlen sich angestrengter Geist und steifes Kreuz wieder tief entspannt und beweglich an. Das sagen Floating-Fans, wenn sie der Sole entstiegen sind.

Floating ist eine in den 50er-Jahren entwickelte und nun erneut auflebende Form des Badens. Quer durch Deutschland, ob von Rügen bis Rosenheim oder von Dresden bis Dortmund, wird die Entspannungstechnik in Kureinrichtungen, Wellnesshotels oder eigens dafür eingerichteten „Bases“ angeboten. Noch komfortabler und bequemer ist es, dem Körper zu Hause eine Auszeit zu gönnen. Floating beispielsweise lässt sich wie viele andere Wellnessanwendungen durchaus im eigenen Badezimmer praktizieren.

Vor allem bei Wannen haben die Sanitärmarkenhersteller in der Vergangenheit viele neue Produkte entwickelt. Aus dem schmalen Badebottich sind Floatwannen mit geradliniger Innenform geworden, in denen man sich mit eigens dafür entwickelten Kopfstützen oder -kissen völlig ausgestreckt treiben lassen kann. In geräumigen Zweisitzermodellen mit verschiedenen Whirlfunktionen werden Herz, Seele und bei einer Unterwassermassage die Muskeln fein verwöhnt.

Mit Volldampf zu Wohlbefinden

Auch der Duschgang kann mit verhältnismäßig geringen Investitionen zum täglichen Wohlfühlerlebnis werden. Man muss lediglich den alten Duschkopf gegen eine mehrstrahlige Massagebrause oder ein nachrüstbares Aufputz-Duschpaneel, das mit Kopf-, Hand- und Seitenbrause verwöhnt, austauschen. Dann ist selbst im kältesten Winter warmer Mairegen garantiert. Etwas teurer kommt der Einbau einer Dampfdusche, in der es sich heilsam schwitzen lässt. Während in der Sauna trockene Luft herrscht, liegt die Luftfeuchtigkeit im Dampfbad bei fast 100 Prozent. Die relativ niedrigen Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad Celsius überlasten den Kreislauf nicht und reichen dennoch, um die Muskulatur zu entkrampfen. Zugleich reinigt und pflegt mikrofeiner Nebel die Haut und beugt speziell in der nasskalten Jahreszeit Erkältungen vor.

Für eine vollwertige Dusche zum täglichen Gebrauch bieten Dampfduschen eine übergroße Kopf- sowie verschiedene Seitenbrausen. Der Dampf wird über einen Generator erzeugt und tritt je nach Ausführung bzw. Bedarf mit Emulsionen und Aromen angereichert durch die Dampfdüsen ins Freie. Wer mag, kann sich, während die Haut versorgt oder der Husten gelindert wird, von einer Licht- und/oder Klangtherapie begleiten lassen. Die Möglichkeiten der Zusatzausstattungen sind vielfältig und wie immer auch eine Frage des Budgets.

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Wohlfühlerlebnis Duschen: Dafür reicht schon eine mehrstrahlige Massagebrause. Foto: Grohe – Handbrause „Body & Soul“
Ungeteiltes Vergnügen

Was die Größe von Dampfduschen betrifft, sind nach oben ebenfalls keine Grenzen gesetzt. Je nach räumlichen Gegebenheiten bieten sich geschlossene „Vor-der-Wand“-Einheiten mit integrierten Sitzen aus temperaturfestem Material an. Die kleinste Variante dieser Serienmodelle benötigt nicht mehr als einen Quadratmeter Grundfläche. Darüber hinaus gibt es Hersteller, die sich auf die Entwicklung und den Bau von maßgeschneiderten Dampfbädern spezialisiert haben.

Eine Alternative zu den geschlossenen Systemen sind mit Dampfdüse und hochwertigen Armaturen bestückte Dampfpaneele. Mit ihnen lässt sich die ungenutzte Abstellkammer oder ein anderer Raum nahe dem Bad zum privaten Gesundheitsbrunnen umwandeln. Diesen hat man dann ganz für sich allein und muss ihn nicht wie in einer öffentlichen Sauna oder einem Spa Hotel mit Wildfremden teilen.

Tipps fürs Home Spa

Ihre komplette Wirkung entfaltet die aktive Gesundheitsvorsorge im Badezimmer allerdings erst in einer ausgeglichenen Atmosphäre. Wer die Möglichkeit hat, sollte daher bei der Raumplanung freie Flächen berücksichtigen und für ausreichenden Stauraum sorgen. Herumstehende Zahnbürsten, Kosmetika oder Hygieneartikel verbreiten Unruhe. Sie gehören daher in den Schrank oder aber in schicke Kästen und Körbe. Shampoo- und Duschgel-Flaschen dienen nur in Vorzeige-Verpackung der Dekoration. Was der privaten Oase sonst noch gut tut? Zum Beispiel die folgenden zehn Tipps:

  • Viele kleine dimmbare Lichtquellen integrieren. Sie sind gut fürs Gemüt.
  • Mit Holz einrichten. Das Material wird gerne gesehen und berührt.
  • Textilien müssen sein. Sie bringen Wärme, Wohnlichkeit und Abwechslung, denn Handtuch und Badteppich lassen sich immer mal schnell wieder austauschen.
  • Farbe verwenden. Sie sorgt für gute Laune, ob als kräftiger Akzent oder Ton-in-Ton.
  • Strandgut oder andere Urlaubsandenken ins Bad holen. Steine, Muscheln oder Treibholz sehen immer dekorativ aus.
  • Accessoires gruppieren. So kommen sie richtig zur Geltung.
  • Potpourris und Raumdüfte dezent einsetzen. Dann machen sie das Spa-Feeling perfekt.
  • Mit ätherischen Ölen die Stimmung beeinflussen. Einige Tropfen im Badewasser oder in die Ecken der Dusche genügen. Der warme Wasserdampf verteilt die Aromen. Rosen oder Vanille betören die Sinne, Lavendel beruhigt, Thymian gibt Kraft.
  • Frischen grünen Tee bereitstellen. Dem Inbegriff der Gesundheits-Drinks werden positive, ja sogar heilende Wirkungen auf Körper und Geist nachgesagt.
  • Smartphone oder Tablet-PC vor der Tür lassen. Sie stören während der Auszeit vom Alltag.
Schoko-Spa und Baden in Bier

Geht es um das passende Wellnessrezept, lohnt durchaus ein Blick nach Österreich. Wer etwa den luxuriösen Spa-Bereich des Sacher in Wien wieder verlässt, duftet mitunter, als ob er von der namensgleichen Torte genascht hat. Ein Effekt der Anwendungen mit Kakaobutter. „Hot Chocolate Treatments“ – unter dieser Bezeichnung bietet das Hotel nicht nur Lotions und Gels an, sondern auch Schokoladenbehandlungen samt straffendem Peeling als Ganzkörperpflege.

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Ein Trend, der Kulinarik und Schönheit zusammenführt, ist die Behandlung des Körpers mit Kakaobutter. Foto: Shutterstock

Damit greift das Traditionshaus einen internationalen Trend auf, der Kulinarik und Schönheit zusammenführt. Spa-Zusätze, aus denen sich ein Gourmet-Essen zaubern ließe, spielen dabei die Hauptrolle. Raffiniert und facettenreich, harmonisch und ausgewogen, gehaltvoll mit intensiven Akzenten: Das klingt wie die sachkundige Beschreibung eines edlen Weines, ist aber die Beschreibung der Finessen einer Vinotherapie, bei der im Weinfass sitzend mit Rotwein und Traubenkernöl gegen alterndes Gewebe und andere Zeichen der Zeit vorgegangen wird.

Wer nicht im Wein schwimmen möchte, badet einfach im Bier. Die Hefe soll ihre heilenden Wirkungen bei einigen Hautleiden entfalten, Hopfen bei Schlafstörungen. Das eine oder andere Wellnessvollbad hat außerdem die alpenländische Milchwirtschaft parat. Buttermilchbäder tragen zur Regeneration der Haut bei und lassen sie samtig weich werden. Das Abtauchen in Ziegenmilch führt dem größten menschlichen Organ mit Kalzium, Magnesium oder Kalium wichtige Vitamine und Mineralien zu.

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Buttermilchbäder tragen zur Regeneration der Haut bei und lassen sie samtig weich werden. Foto: Shutterstock
Erst Wellness, dann Selfness und jetzt Healthness

Angesichts dieser Kenntnisse um die Dinge, die dem körperlichen Wohl dienen, ist es wohl kein Zufall, dass mit Matthias Horx ein Österreicher zum internationalen Experten in Sachen Megatrend Gesundheit avancierte. Horx, Gründer und Inhaber des renommierten Zukunftsinstituts mit Sitz in Wien sowie im deutschen Kelkheim, war es zudem, der vor mehr als zehn Jahren einen damals neuen, an Geist und Seele orientierten Trend auf dem Wellnessmarkt mit dem Begriff „Selfness“ beschrieb. Im Gegensatz zu Wellness, bei dem man sich hauptsächlich körperlich verwöhnen lasse, gehe es bei Selfness eher um eine langfristige Veränderung der Selbstwahrnehmung und Lebenseinstellung. Während eine Wellnesskur auf reiner Entspannungskultur basiere, verrate die Selfnessauszeit dem Erholungsuchenden etwas über sich selbst. So seine Definition.

Nun haben Horx und das Team um ihn herum mit „Healthness“ die nächste Stufe ausgemacht. Einer Studie zufolge wird die Energie des Menschen zum zentralen Bedarf von Gesundheit und entscheidet letztlich über sie. Der Fokus liegt künftig auf dem Körper und seinen Kräften. Das Wissen und der Austausch über den menschlichen Körper steigen, Gesundheit wird zum Taktgeber für das eigene Verhalten. Zugleich rückt die Health Care weiter in den Mittelpunkt – auch bei der Einrichtung des Badezimmers. Der intelligente Spiegel, der Herzschlag und Blutdruck misst und an die Medikamenteneinnahme erinnert, ist zwar noch nicht in großen Stückzahlen produziert, ein breiter Einsatz im Health Spa dürfte jedoch nur noch eine Frage der Zeit sein!