Legionellen
Legionellen (Legionella pneumophila) sind stäbchenförmige Bakterien,
die natürlicherweise in Gewässern und Böden vorkommen. Im Trinkwassersystem
werden sie dann zum Problem, wenn sie ideale Vermehrungsbedingungen vorfinden:
stagnierendes Wasser, Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius und
Ablagerungen in Rohren oder Armaturen, dienen als Nährboden.
Eine Infektion erfolgt nicht durch Trinken, sondern durch das Einatmen
feinster Wassertröpfchen — etwa beim Duschen, in Whirlpools oder über
Klimaanlagen. Die durch Legionellen ausgelöste Legionärskrankheit ist eine
schwere Form der Lungenentzündung, die vor allem für ältere Menschen und
immungeschwächte Personen gefährlich werden kann. Daneben gibt es das mildere
Pontiac-Fieber, das grippeähnliche Symptome verursacht.
Vorbeugung ist wirksam und vergleichsweise einfach: Warmwasser sollte
dauerhaft auf mindestens 60 Grad Celsius gehalten werden, Kaltwasser unter 20
Grad. Stagnation in Leitungen ist zu vermeiden — wer längere Zeit verreist war
(als Faustregel gelten 72 Stunden), lässt das Wasser vor der Nutzung der Dusche
gründlich ablaufen. In Mehrfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden schreibt
die Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen vor. Für
private Haushalte gilt: Wer Armaturen und Duschköpfe regelmäßig reinigt,
Leitungen nicht unnötig lange stagnieren lässt und auf eine funktionierende
Warmwasseranlage achtet, minimiert das Risiko.