Welches WC passt zu dir?
Der Toiletten-Turbo-Check
Bei der Planung eines neuen Badezimmers beschäftigen wir uns
mit diversen Produkten die uns das Wohnen im Bad so angenehm wie möglich machen
sollen. Wir schauen, welche Heizkörper die besten Funktionen haben und welche
Badewanne zu uns passt. Wir wählen mit Sorgfalt den Spiegelschrank und blättern
uns durch die Angebote von Kopfbrausen, Duschthermostaten und Duschkabinen. Und
wir stellen sogar ein Ensemble aus Armaturen, Waschbecken und
Waschtischunterschrank zusammen. Aber was ist mit der Toilette? Ihr wird bei
der Planung häufig wenig Beachtung geschenkt. Dabei ist das WC der
wahrscheinlich meistgenutzte Einrichtungsgegenstand im Badezimmer. Und es gibt
ihn in vielen unterschiedlichen Ausführungen. GutesBad gibt einen Überblick …

Der Standard
Den funktionell größeren Unterschied bei WC-Keramiken betrifft
die beiden Innenformen Tiefspüler und Flachspüler. Hierzulande sind Tiefspüler
die am häufigsten verwendete WC-Form. Bei dieser Bauform fallen die
Ausscheidungen direkt in den mit Wasser gefüllten Siphon, der sich mittig in
der Keramik befindet. Dadurch sind Tiefspüler auch leichter zu reinigen als
Flachspüler. Zudem werden unangenehme Gerüche sofort minimiert. Bei der Spülung
werden die Fäkalien sofort in das Abwassersystem geleitet. Die Wasseroberfläche
im Siphon ist etwa 10 bis 15 cm breit und die Wasserstandshöhe beträgt –
abhängig von Modell und Einstellung – 6 bis 10 cm. Tiefspüler eignen sich für Aufputz- und
Unterputzspülkästen. In modernen Bädern werden sie häufig wegen ihrer
praktischen Handhabung und ihres sauberen Erscheinungsbildes bevorzugt.
Vorteile:
· Gute Geruchsbindung durch das Wasserpolster
· Hygienische Sofortentsorgung
· Leichte Reinigung, da keine Stufe in der Keramik
vorhanden ist
· Geringere Spritzer beim Spülen im Vergleich zum
Flachspüler
· Breite Auswahl an Modellen und Designs
Nachteile:
· Keine Kontrolle des Stuhls möglich (z. B. für
medizinische Zwecke)
· Eventuell Spritzwasser beim Spülen, insbesondere
bei höherem Wasserspiegel
· Geräuschentwicklung durch ins Wasser fallende
Ausscheidung kann für empfindliche Nutzer unangenehm sein
Der Beobachter
Der Flachspüler, bis in die 1980er Jahre die übliche
WC-Form, wird heute nur noch selten eingebaut. Charakteristisch ist die
Stufenform in der WC-Schüssel. Die Fäkalien fallen also zunächst auf eine
Keramikfläche, ehe sie beim Spülen in den integrierten Siphon geleitet werden.
Zwar entstehen beim Spülen kaum Spritzer, allerdings können sich Gerüche
stärker entwickeln, da die Ausscheidungen nicht sofort ins Wasser fallen. Die Wasseroberfläche ist beim Flachspüler mit
5 – 8 cm kleiner als beim Tiefspüler. Die Keramikstufe erlaubt eine einfache
Sichtkontrolle des Stuhls, etwa für hygienische oder medizinische Beobachtungen,
erhöht allerdings auch die Möglichkeit, dass Rückstände zurückbleiben. In
modernen Neubauten sind sie heute eher nicht mehr zu finden.
Vorteile:
· Medizinische Kontrolle des Stuhls möglich (z. B. bei Blut im Stuhl)
· Weniger Spritzwasser beim Stuhlgang und Spülen
· Günstig in der Anschaffung
Nachteile:
· Stärkere Geruchsbildung, da die Ausscheidung
offen liegt
· Höherer Reinigungsaufwand durch Ablagerungen auf
der Plattform
· Weniger hygienisch als Tiefspül-WCs
· Meist nicht mehr modern im Design

Das wandhängende WC hat das Stand-WC längst als Standard abgelöst.
Foto: Duravit
Das Moderne
Der augenscheinlichste Unterschied bei
Toiletten betrifft jedoch die Bauformen wandhängend gegenüber Stand-WC. Das
wandhängende WC ist die moderne Antwort auf funktionales und ästhetisches
Design im Badezimmer und hat sich mittlerweile zum baulichen
Standard entwickelt. Direkt an der Wand montiert wirkt nicht nur optisch
leicht und elegant, sondern erleichtert auch die Reinigung, da der Boden
darunter frei bleibt. Das WC ist dabei freitragend an
einer Vorwandkonstruktion mit einem integrierten Spülkasten befestigt, ,
wodurch das Gesamtbild aufgeräumt und minimalistisch erscheint. Wandhängende WCs gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Sie
lassen sich in der Höhe individuell montieren, was sie besonders komfortabel
macht. Ihre Die Spülung erfolgt über einen druckbetätigten
Unterputzspülkasten mit Betätigungsplatte.
Vorteile
· Elegantes, modernes Design
· Bodenfreiheit erleichtert das Wischen und
verhindert Schmutzecken.
· verdeckte Technik.
· Anpassung an Nutzerbedürfnisse möglich.
· Platzsparend durch Integration von Abfluss,
Wasseranschluss und Spültechnik in der Vorwand.
· Barrierefrei umsetzbar (z. B. durch höhenverstellbare
Module oder Liftertechnik).
Nachteile
· Komplexere Montage: Vorwandinstallation mit
Trägerrahmen und Beplankung erforderlich
· Erschwerte Wartung: Zugriff auf den
Spülkasten nur über die Betätigungsplatte möglich.
· Höhere Kosten für Anschaffung, Modul und
Installation im Vergleich zu Stand-WCs.
· Eventuell Schallschutzmaßnahmen nötig,
besonders in Mehrfamilienhäusern.

Das Stand-WC wird heute nur noch in 10 % der Haushalte eingebaut.
Foto: Villeroy & Boch
Das Standfeste
Das bodenstehende WC, oder
auch Stand-WC, zeichnet sich durch eine einfache Montage und flexible
Anschlussmöglichkeiten aus und gilt als klassische und bewährte Variante
unter den Toiletten. Es wird mit dem Fuß auf dem
Estrich oder Fliesenboden montiert und kommt sowohl im Neubau als auch bei
Renovierungen zum Einsatz – insbesondere dort, wo keine
Vorwandinstallation möglich oder gewünscht ist. Der frei sichtbaren
Spülkasten sitz entweder direkt auf der Keramik oder wird an der Wand
angebracht. Ihre Bauart ermöglicht eine einfache Installation und ist wartungsfreundlich,
was sie besonders für Renovierungen oder Altbauten interessant macht. Die Sitzhöhe liegt normalerweise bei 40–42 cm. Es gibt auch Varianten mit
erhöhter Sitzposition (z. B. 46 cm für
Senioren).
Vorteile:
· Einfache Montage – besonders im Altbau oder
bei Renovierungen
· Hoch belastbar und stabil, auch für sehr
schwere Nutzer
· Kostengünstig in Anschaffung und Einbau
· Flexibel anschließbar, insbesondere bei
bestehenden Bodenabläufen
· Geringer Planungsaufwand, keine Vorwandtechnik
notwendig
· Wartungsfreundlich
Nachteile:
· Reinigungsaufwand höher um das WC herum
· Weniger modern in der Optik im Vergleich zu
Wand-WCs
· Platzbedarf größer, da Spülkasten aufgesetzt oder
sichtbar an der Wand
· Aufwändiger bei Umbau auf wandhängendes
System
Das Komfortable
Das Dusch-WC bietet eine sanfte Reinigung durch Wasser. Nach
der Nutzung reinigt ein ausfahrbarer Duscharm den Intimbereich mit warmem
Wasser, oft ergänzt durch Funktionen wie Föhn, Sitzheizung oder
Geruchsabsaugung. Diese Kombination macht das Dusch-WC besonders attraktiv für
Menschen, die Wert auf Sauberkeit, Komfort und ein Gefühl von Frische legen. Gerade
auch bei älteren oder körperlich eingeschränkten Menschen stellt das Dusch-WC
eine Erleichterung der Intimhygiene dar. Zusätzliche Ausstattungsoptionen wie automatische
Spülung, UV-Licht-Desinfektion des Duschstabs mit Frischwasser und,
Geruchsabsorption mit Gesteinsfilter sowie Raumluftreinigung, automatischer
Deckelöffnung bei Annäherung, Orientierungslicht in der Nacht,
Innenbeleuchtung, wechselbare Nutzerprofile mit mehreren und WC-Fernbedienung sowie
App-Steuerung lassen das Dusch-WC zu einem Hightech-Item im Bad werden.
Vorteile:
· Höchster Hygienestandard durch Wasserreinigung
· Komfortfunktionen wie Föhn, Sitzheizung und
Geruchsabsaugung
· Sanft und hautfreundlich – ideal auch für
empfindliche Haut
· Modernes, luxuriöses Design
· Wertsteigernd für das Badezimmer
Nachteile:
· Hoher Anschaffungspreis
· Aufwendigere Installation mit Strom- und
Wasseranschluss
· Wartungsintensiver als herkömmliche WCs
· Stromverbrauch durch Zusatzfunktionen
Die Extras
Moderne WCs bieten zusätzlich ein paar Extras, die vor allem
der Hygiene und einer leichteren Reinigung zugutekommen. So sollte bei der
Neuanschaffung eines WCs besonders über eine „spülrandlose“ Variante
nachgedacht werden. Ohne den Hohlraum am Innenrand des WCs fällt ein schwer
zugänglicher Bereich im WC weg, in dem sich mit der Zeit Kalk und Urinstein
bilden.
Die innovative Spültechniken leiten das Wasser in einem präzise
gelenkten Weg durch die randlose WC-Keramik und reinigen dank spiralförmiger
Führung die gesamte Oberfläche besonders effizient. Antibakterielle oder
schmutzabweisende Oberflächen tragen zu einer verbesserten Hygiene am WC bei.
Einen einfachen Weg zu einem Komfort- und Hygieneplus – auch
für bestehende Toiletten – bieten WC-Sitze mit Softclose-Funktion und abnehmbare
Sitze. Gerade die abnehmbaren Sitze erleichtern die Reinigung des WC-Randes
sowie des Sitzes selbst, der so einfach in Dusche oder Badewanne abgespült
werden kann.
Vorteile:
· Leichtere und schnellere Reinigung
· Keine versteckten Schmutzstellen oder
Bakteriennester
· Verbesserte Hygiene
· Modernes, schlichtes Design
· Gleichmäßige und effektive Spülung
Nachteile:
· Höherer Anschaffungspreis im Vergleich zu
Standard-WCs
· Eventuell mehr Wasser- oder Spritzgefahr bei
bestimmten Modellen
· Umgewöhnung bei der Reinigung und Nutzung
Weitere Infos und Tipps rund um das WC gibt es hier …






























