07/2026

Der Sommer ist die Zeit der großen Reisen. Wir fahren in den Urlaub, erholen uns am Meer, in den Bergen oder machen Städtereisen und genießen unsere Auszeit. Zu Hause steht dann alles still. Auch das Wasser in den Leitungen. Und genau darin liegt eine potenzielle Gefahr. Denn jetzt können sich Legionellen ungestört vermehren:

Wer nach längerer Abwesenheit wieder nach Hause kommt, sollte also nicht direkt unter die Dusche springen. Denn dann kann man unter Umständen feinste Wassertröpfchen einatmen (Aerosole), die mit Legionellen belastet sind. Für gesunde Menschen ist das Risiko meist gering, für ältere Menschen, Kinder oder Personen mit geschwächtem Immunsystem kann es jedoch ernste gesundheitliche Folgen haben. Auch Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze, die nach der Wintersaison oder nach längerem Leerstand erstmals wieder genutzt werden, sind klassische Risikoorte. Doch was sind Legionellen überhaupt, wo kommen sie vor, und was kann man ganz konkret dagegen tun?

Was sind Legionellen?

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, die von Natur aus generell in geringer Konzentration in unserem Wasser vorhanden sind. Wie andere Bakterien auch, gelangen sie von der Wasserversorgung in die Hausinstallation. Erst durch eine deutliche Vermehrung können sie für Menschen gefährlich werden. Wassertemperatur und Stagnation des Wassers sind für die Vermehrung verantwortlich. Bei Temperaturen zwischen 25 und 50 °C fühlen sie sich besonders wohl und können sich innerhalb weniger Stunden vervielfachen. Aber nur, wenn das Wasser nicht regelmäßig ausgetauscht wird. Besonders im Sommer oder in südlichen Ländern besteht also die erhöhte Gefahr, dass sich die Kaltwasserleitung in diesen Bereich aufwärmt. Unterhalb von 20 °C und oberhalb von 55°C wird ihr Wachstum deutlich gehemmt; ab etwa 60 °C sterben Legionellen innerhalb weniger Minuten ab.

Welche Krankheiten können Legionellen verursachen?

Legionellen können die Legionärskrankheit – eine schwere Form der Lungenentzündung – verursachen. Dies zeichnet sich durch eine rasche Entwicklung von Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohes Fieber aus. Die Lungenentzündung verläuft häufig schwer und kann rund vier Wochen andauern. Legionellen können uns also nicht beim Trinken von Wasser gefährlich werden, sondern beim Duschen. Hier werden sie in winzigen Wassertröpfchen (Aerosole) aus dem Duschkopf gespült und können eingeatmet werden. Durch die Atemwege gelangen diese Aerosole in unsere Lunge, wo sich die Erreger ablagern. Bei gesunden Menschen werden sie selten zu Erkrankungen führen. Anders sieht es bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem aus.

Was kann ich gegen die Erreger machen?

Grundsätzlich kann man die Vorlauftemperatur von Thermen und Boiler auf mindestens 55°C einstellen. Ab dieser Temperatur können sich die Bakterien nicht vermehren. Auch nicht regelmäßig genutzte Zapfstellen sollten regelmäßig – spätestens alle 72 Stunden, besser aber alle 24 Stunden – durchgespült werden. Das gilt insbesondere für Duschköpfe, aber auch für Armaturen und WCs. Zudem sollten die Perlatoren – die Düsen an den Wasserhähnen in Küche und Bad – von Armaturen und die Duschköpfe regelmäßig gereinigt werden.  

Nach einer längeren Abwesenheit sollten sämtliche Leitungen mit Trinkwasser etwa zwei Minuten lang durchgespült werden – erst mit kaltem Wasser, dann mit über 60°C heißem Wasser.. Das gilt insbesondere für den Duschkopf, da sich hier die Legionellen am besten vermehren können. Den Duschkopf der Handbrause direkt auf den Ablauf legen. Während das Wasser läuft, sollte das Fenster, wenn möglich, geöffnet und der Aufenthalt im Bad gemieden werden.

Legionellen können sich auch direkt an der Entnahmestelle einnisten. Deshalb ist es wichtig, Duschbrausenund Perlatoren regelmäßig von Kalk zu befreien.

Was ist mit Urlaubsunterkünften?

Gerade im Urlaub sollten wir zunächst alle Wasserverbraucher durchspülen, da wir nicht wissen, wann die Wohnung oder das Hotelzimmer zuletzt genutzt wurde – besonders zu Beginn der Reisesaison. Ein weiterer möglicher Legionellenherd sind Whirlpools und Klimaanlagen, die nicht regelmäßig genutzt werden.

Wer eine eigene Ferienimmobilie besitzt, die nicht regelmäßig genutzt wird, sollte über eine Hygienespülung nachdenken. Damit verhindert man zu lange Stagnationszeiten in den Trinkwasserleitungen. Die Hygienespülung lässt sich an einer geeigneten Stelle im Wasserversorgungssystem sowie im Spülkasten des WCs einbauen. Die Spülungen kann lassen sich je nach Modell direkt am Produkt programmieren auch mit einer App einstellen und steuern.

Hauswasserfilter sollten regelmäßig durch einen Sanitärfachbetrieb untersucht werden. Dieser empfiehlt einen Austausch, wenn nötig.

Fazit

Legionellen sind ein gutes Beispiel dafür, wie ein harmloser Naturbestandteil unter bestimmten Bedingungen zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko werden kann. Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Wer die im Text beschriebenen Punkte kennt und beherzigt, kann den wohlverdienten Sommerurlaub unbeschwert genießen – und auch die Rückkehr nach Hause ohne böse Überraschung im Badezimmer erleben.